Eine kritische Nachbetrachtung der Generalversammlung 2011

Welche Zukunft hat der Turnverein?
Eine kritische Nachbetrachtung der Generalversammlung 2011

Das seit mehreren Jahren übliche und betrübliche Bild bot auch die diesjährige Versammlung.

Obwohl zukunftsträchtige Themen wie die Wahl eines Nachfolgers für den zurückgetretenen 1. Vorsitzenden Klaus Kehl sowie das im Jahr 2012 bevorstehende 150jährige Vereinsjubiläum zu behandeln waren, konnte der 2. Vorsitzende Marco Stula am Freitag, 28. Januar 2011 im Hotel „Frankfurter Hof“ lediglich 39 anwesende Mitglieder des TV 1862 Homberg begrüßen.

Allein diese Zahl stellt für Hombergs größten Verein mit 860 Mitgliedern, davon 693 Mitglieder über 18 Jahre, sicher kein Ruhmesblatt dar. Zieht man noch die in offizieller Mission anwesenden Vorstandsmitglieder, Abteilungsleiter und Kassenprüfer ab, so verbleiben lediglich 28 „normale“ Mitglieder, die sich für die Belange des Vereins interessierten, – also nur rund 4 Prozent aller erwachsenen Mitglieder. Das Fernbleiben der übrigen 96 Prozent könnte man wohlwollend allenfalls als blindes Vertrauen in die Führung des Vereins ansehen.

Noch bedenklicher wird es, wenn man sich die Altersstruktur der 28 anwesenden Mitglieder ansieht: 24 waren über 60 Jahre alt! – Die „Rentnergeneration“ dominierte, die „Generation der Leistungsträger“ von 18 bis 60 Jahre war nahezu nicht vertreten, obwohl sie in der Mitgliederstatistik des Vereins 377 Personen stark ist.

Zugegeben, eine große Zahl an Aktivisten aus der jüngeren Generation prägt und trägt im Wesentlichen mit viel Engagement das sportliche und gesellschaftliche Leben des TV 1862 Homberg in seinen Abteilungen. – Der Verein in seiner Gesamtheit kann auf Dauer jedoch nur leistungsfähig und überlebensfähig bleiben, wenn sich auch jüngere Mitglieder dafür interessieren und auch engagieren!

So war und ist es nicht wirklich verwunderlich, daß für den zurückgetretenen 1. Vorsitzenden kein Nachfolger gewählt werden konnte, da sich weder im Vorfeld als auch in der Versammlung kein/e Kandidat/in für dieses Amt finden ließ.

Immerhin konnten mit dem 58-jährigen Ulrich Meschkat und dem 60-jährigen Hartmut Katz Nachfolger für die beiden ausgeschieden jüngeren Vorstandsmitglieder gewählt werden.

Angesichts der sich verschiebenden Altersstruktur unserer Gesellschaft wird es zukünftig unausweichlich sein, daß sich auch leistungsfähige Ältere zunehmend ehrenamtlich engagieren, so auch im TV 1862 Homberg.

Das kann und darf aber nicht heißen, daß die Jüngeren auf ihre Mitwirkung fast gänzlich verzichten können.

Der TV 1862 Homberg samt seinem Vorstand muß in der öffentlichen Wahrnehmung auch sein jüngeres Gesicht wahren, um fast 150 Jahre nach seiner Gründung eine positive Perspektive zu haben!

 

 

TV 1862 HOMBERG
Generalversammlung am Freitag, 28. Januar 2011
Kein neuer 1. Vorsitzender gefunden!

Lediglich 39 anwesende Mitglieder des TV 1862 Homberg konnte 2. Vorsitzender Marco Stula nach dem unlängst erfolgten Rücktritt des langjährigen 1. Vorsitzenden Klaus Kehl im Hotel „Frankfurter Hof“ begrüßen.

In seinem anschließenden Rückblick auf das Vereinsjahr 2010 dankte Stula allen Mitgliedern und Freunden des größten Homberger Vereins, die durch ihr ehrenamtliches oder auch finanzielles Engagement aktive Unterstützung geleistet haben.

Zunächst ging er dann näher auf die Umstände des Rücktritts des seitherigen Vereinsvorsitzenden Kehl ein, den er als schwerwiegenden Verlust für den TV 1862 Homberg bezeichnete. Er dankte dem nicht anwesenden Kehl ausdrücklich für 30 Jahre engagierte Vorstandstätigkeit, davon alleine 22 Jahre als 1. Vorsitzender, – so lange wie keiner seiner Amtsvorgänger in der nunmehr fast 150-jährigen Vereinsgeschichte.
Sodann ging er detailliert auf die Problematik der Sporthallennutzung während der Schulferien ein. Der Vogelsbergkreis hat aus Einsparungsgründen die Reinigung der Sporthallen mit Beginn des aktuellen Schuljahres an gewerbliche Unternehmen vergeben, wobei neben einer Reduzierung des Stundenansatzes je Tag auch vereinbart wurde, daß in Ferienzeiten auf Kosten des Kreises überhaupt nicht mehr gereinigt wird. Im Falle einer Nutzung müssen die betreffenden Vereine künftig nicht nur die anfallenden Kosten selbst tragen, sondern auch für die Beauftragung der Reinigung und auch deren korrekter Abrechnung sorgen. Da aber bis heute die entsprechenden Modalitäten und insbesondere auch die Berechnungsgrundlagen nicht verbindlich geklärt und vereinbart werden konnten, verzichtete der TV 1862 Homberg bereits auf eine Sporthallennutzung in den Herbst- und in den Weihnachtsferien! – Es muß sich zeigen, ob man in den nächsten Wochen zu einer verbindlichen Regelung kommt. Ob eine solche Regelung für den Verein praktikabel und vor allem auch finanzierbar ist, wird man dann sehen müssen. Zweifel erscheinen angebracht!

Als nächstes ging Stula auf das bevorstehende 150-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 2012 ein. Der TV 1862 Homberg wird punktuell im Laufe des Jubiläumsjahres mit Einzelveranstaltungen in Erscheinung treten, wobei auch eine teilweise Zusammenarbeit mit der ebenfalls 150 Jahre feiernden Freiwilligen Feuerwehr ins Auge gefasst wird. Fest geplant sind am ersten Juniwochenende in der Stadthalle eine Festveranstaltung aus Anlaß des Jubiläums sowie die Ausrichtung des Bezirkshandballtages. Desweiteren hat man sich offiziell um die Ausrichtung der Gau-Gymnastikschau und des Gau-Wandertages beworben. Weitere Veranstaltungen wie ein Badminton-Turnier, ein Volleyball-Turnier der Abteilung Breitensport Männer sowie ein Speedskating-Rennen und anderes mehr sind angedacht, konkrete Planungen liegen jedoch noch nicht vor. Die Erstellung eines gedruckten Werkes in der Art einer Festschrift wurde im Vorstand diskutiert, eine Entscheidung soll alsbald fallen. Alternativ bzw. ergänzend ist eine Ausstellung mit Fotos, sonstigen Dokumenten und Informationen zu erwägen. Hierzu werden ältere Vereinsmitglieder gebeten, Fotos, Urkunden oder sonstige interessante „Fundstücke“ aus ihrer eigenen sportlichen Vergangenheit oder auch aus vorherigen Generationen ggf. leihweise zur Verfügung zu stellen, da das Vereinsarchiv doch erhebliche Lücken aufweist!

Danach ging Stula auf verschiedene Aktivitäten im Jahr 2010 ein, so die Betreuung der Mitgliederversammlung der Volksbank im April, die Beteiligung am Kindertag des Gewerbevereins im Mai, die Teilnahme am Festzug anlässlich des Stadtfeuerwehrtages in Ober-Ofleiden anfangs August sowie auf die Mitbeteiligung im Rahmen des Vereinsrings am Familienfest der KAMAX im September. Bei all diesen Anläßen habe der TV 1862 Homberg dank guter organisatorischer Vorbereitung ein überzeugendes Bild abgegeben!

Ebenfalls zufrieden zeigte sich Stula mit den Sportabzeichnaktivitäten im Verein. Insgesamt 70 erfolgreiche Prüfungen über alle Altersgruppen waren zu verzeichnen.  Er dankte besonders den Herren Spamer und Stein vom Homberger Schwimmbad für ihre wohlwollende Unterstützung.

Abschließend ging Stula noch auf die Mitgliederentwicklung des Vereins ein. Der mehrjährige Abwärtstrend setzte sich im Jahr 2010 verstärkt fort, so daß der TV 1862 Homberg zum Jahreswechsel nur noch 860 Mitglieder zählte.

Schriftführer Manfred Wilhelm berichtete von regen Vorstandstätigkeiten und je sechs gut besuchten Sitzungen des geschäftsführenden und des erweiterten Vorstandes.

Rechner Volker Hisserich legte einen positiven Jahresabschluß 2010 vor, worauf die Versammlung auf Antrag der Kassenprüfer Sieglinde Viehl und Reinhold Deeg den Vorstand ohne Gegenstimme entlastete.

Der Haushaltsplan 2011 läßt entgegen ursprünglicher Befürchtungen auf Sicht eine solide Finanzierung des TV 1862 Homberg erwarten, denn man konnte anfangs Januar eine größere Spende von Zahnarzt Dr. Walzel verbuchen, und man erhielt eine Mitteilung von Bürgermeister Prof. Dören, daß die ausstehenden städtischen Jugendzuschüsse ab 2009 nun doch gezahlt werden sollen. Auf die eigentlich geplante Erhöhung der Vereinsbeiträge konnte somit erfreulicherweise verzichtet werden.

Die Abteilungsleiter/innen berichteten ausführlich über einen regen Sportbetrieb in den Sparten Kinderturnen, Breitensport Frauen, Breitensport Männer, Badminton, Handball, Speedskaten und Tischtennis.

Nachdem 2. Vorsitzender Stula Lieselotte Eckstein für 25-jährige Vereinsmitgliedschaft mit der silbernen Ehrennadel geehrt hatte, kam man zu den anstehenden Vorstandswahlen.

Die Position des 1. Vorsitzenden musste vakant bleiben, da sich weder im Vorfeld noch in der Versammlung selbst ein Kandidat zur Übernahme das Amtes finden ließ. Diese unerfreuliche Situation sollte unbedingt bis zum Beginn des Jubiläumsjahres 2012 geändert werden! Ansonsten wurden jeweils einstimmig gewählt:

bullet 2. Vorsitzender Marco Stula
bullet Schriftführer Manfred Wilhelm
bullet Pressewart Ulrich Meschkat
bullet Beisitzerin Anke Alberti
bullet Beisitzer Hartmut Katz
bullet Zeugwart/in weiterhin unbesetzt

Als Kassenprüfer fungieren im nächsten Jahr Helga Heigl und nochmals Reinhold Deeg. Weiterhin wurden noch einige Änderungen der Vereinssatzung, insbesondere das Einfügen eines neuen Paragrafen zum Datenschutz, beschlossen.

 

Zuletzt geändert am 20. Oktober 2011

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